Trainingsboards sind ein großartiges Hilfsmittel, um zuhause fernab von Halle und Felsen und unabhängig vom Wetter deine Fingerkraft und Körperspannung zu trainieren und dadurch auch das Verletzungsrisiko zu verringern. Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind Trainingsboards keinesfalls nur etwas für fortgeschrittene Kletter*innen mit jahrelanger Erfahrung. Sobald du die Technik-Grundlagen beherrschst, und schon ein wenig Kraft aufgebaut hast, darf auch bei dir ein Trainingsboard einziehen. Wichtig ist nur, dass du dich langsam herantastest und deine Sehnen, Muskeln und Bänder nicht überstrapazierst.
Aber findet man nun das perfekte Trainingsboard? Die meisten Trainingsboards sind aus Holz gefertigt, es gibt aber auch welche aus Kunststoff. Während Kunststoffboards mit einer hohen Griffigkeit und Wetterbeständigkeit punkten können, ist Holz besonders schonend zur Haut und sieht tendenzielle sehr hochwertig aus. Firmen wie beispielsweise Antworks und Linebreaker wählen für ihre Boards bewusst Holz aus nachhaltigem Anbau. Wofür du dich schlussendlich entscheidest, ist natürlich Geschmackssache.
Anfänger*innen wählen übrigens lieber Boards mit tieferen Leisten und größeren Pockets für mehrere Finger. Auch die Kanten sind meist weniger scharf. Ein gutes Board für den Start bietet dir zudem eine übersichtliche Basis an Griffen und Leisten, damit du zunächst solide ins Training reinkommen kannst. Allgemein lassen sich Trainingsboards in Hangboards, Campusboards und Pegboards unterteilen. Außerdem gibt es auch noch mobile Trainingsgriffe, aber zu denen kommen wir später.
Hangboard
Wenn wir an Trainingsboards denken, dann poppt im Kopf zunächst das klassische Hangboard, auch Fingerboard genannt, auf. Das sind meistens stabile Holzbretter, an denen du besonders vielseitig deine Fingerkraft trainieren kannst. Sie sind in der Regel rund einen halben Meter breit und zwischen 10 und 30 Zentimetern hoch und werden zuhause einfach mittels Schrauben über dem Türrahmen angebracht. Es gibt sowohl Boards für Anfänger*innen, wie auch für erfahrene Kletter*innen.
Kleine Griffkunde für Hangboards
Hier eine kleine Griffkunde, damit du wirklich das Hangboard deiner Träume findest.
An einem Hangboard findest du zum Beispiel Fingerlöchern – auch Pockets genannt -, mit denen du nicht nur deine Fingerkraft trainieren kannst, sondern zeitgleich auch die Unterarmmuskulatur, die Sehnen und die Bänder. In manchen Fingerlöchern ist nur Platz für einen Finger, manche sind für mehrere Finger ausgelegt. Außerdem sind die Pockets auch unterschiedlich tief und fordern dich daher auf verschiedene Weise heraus. Pockets für lediglich einen Finger werden übrigens Mono genannt.
Dann gibt es die Sloper. Das sind runde Griffe, häufig etwas abschüssig und ohne Kanten zum Einhängen. Hier ist maximaler Kontakt mit dem Griff angesagt, denn nur durch Druck und Reibung lässt sich diese Variante nutzen. Mit Slopern trainiert man vor allem die gesamte Körperspannung und die richtige Haltung der Hüfte.
Henkel sind meist große, leicht zu greifende Aussparungen am Board, die du ideal zum Aufwärmen nutzen kannst. Besonders Deadhangs, Klimmzüge und Co. lassen sich hier gut meistern.
Leisten sind in ihrer Tiefe variable Kanten oder Vorsprünge, die dir am Trainingsboard kleine Griffe an der Felswand simulieren. Du kannst an ihnen unterschiedliche Grifftechniken üben (offener Griff, halboffener Griff etc.), deine Griffkraft erhöhen und an deiner Haltedauer arbeiten. Je tiefer die Leiste ist, desto einfacher ist sie.
Ein Pinch ist ein seitlicher Griff, an dem du den sogenannten Zangengriff trainieren kannst. Hierbei greifst du den Pinch auf der einen Seite mit dem Daumen und auf der anderen Seite mit den restlichen Fingern. Beim Pinch geht es vor allem um gezielten Gegendruck, der aber auch im gesamten Körper aufgebaut wird. Du benötigst also deine gesamte Körperspannung und gleichzeitig vollen Fokus auf den Händen.
Campusboards
Während das klassische Hangboard eine recht platzsparende Variante darstellt, benötigt man für das Campusboard etwas mehr Raum. Deswegen findet man sie meistens in Boulderhallen. Diese Boards heißen übrigens so, weil das erste Campusboard im gleichnamigen Fitnessstudio in Nürnberg aufgestellt wurde. An ihnen wird weniger die Fingerkraft trainiert, sondern mehr die Oberarm- und Oberkörpermuskulatur. Außerdem geht es hier viel mehr um Schnelligkeit und nicht um statische Übungen, wie es beispielsweise am Hangboard möglich ist.
Beim Campusboard werden Oberkörpermuskulatur und Fingerbeuger ordentlich trainiert. Dafür befinden sich unterschiedlich große Holzleisten über- und nebeneinander. In Hallen findet man oft sehr große Campusboards, bei denen die Leisten bereits an geneigten Holzplatten montiert sind. Es gibt allerdings auch Campusboards, die auf einem Gestell befestigt sind und die du dadurch einfach ins Wohnzimmer stellen kannst. Und wer es besonders individuell mag und sich zuhause eine ganz eigene Kletterwand basteln möchte, kann sich Campusleisten separat kaufen.
Pegboards
Eine weitere Variante sind Pegboards, auch Steckbretter genannt. Das sind Bretter, meistens aus Holz, in die verschiedene Löcher gebohrt wurden. Hier lassen sich die Pegs, also Rundhölzer hineinstecken und schon kann das Training beginnen. Ein Pegboard dient dabei in erster Linie dem Training für Maximalkraft, Stabilisation, Koordination und Körperspannung. Neben dem klassischen Up and Down gibt es noch zahlreiche weitere Übungen, wie zum Beispiel Tic Tac Toe, die du an einem Pegboard durchführen kannst. Manchmal gibt es auch die Möglichkeit am Hangboard Pegs zu nutzen. Das ist besonders für alle praktisch, die wenig Platz haben, aber gerne beides wollen.
Für unterwegs
Neben den fest geschraubten Modellen gibt es auch die Möglichkeit, mobile Trainingsboards oder einzelne mobile Trainingsgriffe zu kaufen. Diese sind deutlich kompakter als ein fest montiertes Hangboard und lassen sich dadurch problemlos im Rucksack verstauen, an Türen, Ästen oder anderen stabilen Kanten befestigen.
Der große Vorteil dieser mobilen Varianten liegt in der Flexibilität: Du bist nicht an einen festen Trainingsort gebunden und kannst dein Board mit auf Reisen nehmen, sodass dein Fingertraining auch im Urlaub oder auf Geschäftsreisen nicht zu kurz kommt. Der Kompromiss dafür ist meistens ein kleineres Griffangebot im Vergleich zu einem großen, fest installierten Hangboard. Mehr Infos zu mobilen Trainingsgeräten gibt es hier. Und wenn dann immer noch Fragen offen sind, kannst du uns einfach eine E-Mail schreiben.
Antworks Bola Trainingsgerät
Linebreaker Pro Trainingsboard
Antworks Arapiles Climbing Burger Fingerboard
Linebreaker Rail Trainingsboard
Lattice Testing and Training Rung Trainingsboard
Antworks Lukis Darling - Rotierende Klimmzugstange
Lapis Rollybar Rotierende Klimmzugstange