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Eispickel

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Eispickel

Manch einer denkt bei einem Eispickel an die beliebte Mordwaffe in Filmen und Serien. Flink wird das lange dünne Stück Metall hinter der Bar hergezaubert und zum Angriff angesetzt. Dieser Ice Pick, mit dem man allenfalls Eis für Cocktails zerteilen kann, ist an dieser Stelle nicht gemeint. Gemeint ist viel mehr das wichtige Hilfsmittel für jeden Hochtouren-Fan. Zugegeben, gemordet wurde damit bereits auch. Der russische Revolutionär Leo Trotzki verstarb 1879 in Folge eines Mordanschlags mit einem solchen Eispickel. Aber hier soll es in erster Linie um das alpine Instrument gehen.

Der Eispickel ist eine verhältnismäßig neue Erfindung und geht einher mit der aktiven Erschließung der Alpen im 19. Jahrhundert. Vorläufer des Eispickels war das gute alte Küchenbeil und der Alpenstock. Die ersten Pickel hatten zwar bereits eine Haue und Schaufel aus Stahl, der Schaft war allerdings noch aus Holz gefertigt. Als Hilfsmittel etabliert wurde der Pickel vor allem durch den Schweizer Bergführer Franz Josef Lochmatter, als er ihn 1860 aus dem französischen Chamonix mit in die Schweiz brachte. Das erste namentlich bekannte Modell, das es heute auch noch in modernisierter Auflage gibt, ist der sogenannte Aschenbrenner-Eispickel. Dieser wurde 1930 vom Bergsteiger und Bergsportpionier Peter Aschenbrenner (1902-1998) konstruiert, den echte Alpinisten auch als Himalaya-Peter kennen.

Ab wann muss ein Eispickel her?

Ab wann ist ein Eispickel überhaupt notwendig, fragt ihr euch jetzt vielleicht? Eispickel kommen in der Regel dann zum Einsatz, wenn die Steigung zunimmt, Rutschgefahr bestehen könnte, oder aber gezielt Aktivitäten wie Eisklettern anstehen. Manch einer verzichtet aber sogar bei längeren Wanderungen über Firnfelder bereits auf Stöcke und setzt neben den obilgatorischen Steigeisen auf einen langen Eispickel als Gehhilfe. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Eispickel dich beim Stufenschlagen unterstützt, eine Gehhilfe sein kann, dich bei Stürzen auf verschneiten Anhängen abbremsen kann und natürlich auch beim Besteigen von Eisflanken den notwendigen Support gibt. Außerdem kann ein Eispickel bei der Seilsicherung eine tragende Rolle spielen und zum Sondieren des Geländes eingesetzt werden. Ein Eispickel ist also tatsächlich für alpine Hochtouren unerlässlich.

Anatomie der Eispickel

Der moderne Eispickel besteht stets aus einem Schaft und einem Kopf. Der Schaft ist meist aus Aluminium oder leichtem Carbon und kann eine Gummierung vorweisen. Das ist kein Muss, allerdings besonders praktisch, da diese euch mehr Grip verleiht und auch die Hände vor dem kalten Metall schützt. Der Kopf ist in der Regel aus Stahl gefertigt, kann allerdings auch aus Aluminium bestehen. Ein Eispickel mit einem Stahlkopf ist jedoch um einiges robuster und verbiegt sich deutlich seltener als einer aus Aluminium. Modelle mit einem Aluminium-Kopf werden deswegen vornehmlich bei leichten Touren, zum Beispiel bei Skitouren eingesetzt.

Der Kopf eines Eispickels besteht aus zwei Teilen. Auf der einen Seite ist die sogenannte Haue zu finden. Diese hat scharfe Zacken und wird schwungvoll ins Eis gehauen. Die Spitze der Haue nennt man übrigens Dorn. Auf der anderen Seite des Kopfes befindet sich je nach Modell entweder eine Schaufel oder ein Hammer. Früher wurde die Schaufel noch genutzt, um Stufen in das Eis zu schlagen. Dank technisch ausgefeilter Steigeisen ist das eigentlich überflüssig. Die Schaufel ist aber trotzdem kein unbrauchbares Relikt aus alten Tagen, sondern entfernt für euch gekonnt morsches Eis, Firnauflagen oder sogar Eiszapfen. Ein Hammer hingegen hatte früher den Zweck, Eisschrauben in das Eis zu hauen. Heutzutage werden die Schrauben allerdings nicht mehr geschlagen, sondern ins Eis gedreht. Überflüssig ist der Hammer aber dennoch nicht, glänzt er doch im Drytooling-Gelände (Anm. d. Red.: als Drytooling wird das Klettern mit Steigeisen und Eispickel an Felsen ohne Eis bezeichnet), bei Steileis und lässt sich in einigen Situationen besser verankern als die Schaufel.

Einige Eispickel-Modelle weisen oben an der Haue eine kleine Öse auf. An dieser Öse kann sowohl ein Karabiner befestigt werden, sowie der Eispickel als Instrument für die Abalakovschlinge genutzt werden. Außerdem ist sie ein beliebtes Modul, um eine Handschlaufe für den Eispickel zu befestigen. Ganz unumstritten sind Handschlaufen allerdings nicht und die Entscheidung für oder gegen eine Handschlaufe solltet ihr daher erst nach gründlicher Überlegung treffen. Aber ganz gleich, ob du dich für eine Handschlaufe entscheidet oder nicht, eine Öse kann nicht schaden.

Eine echte Typfrage

Aber welcher Eispickel muss jetzt schlussendlich her? Damit du einen ersten Überblick im Pickel-Jungle bekommst, haben wir ein paar Infos für euch zusammen getragen.

Zunächst werden Eispickel in zwei Kategorien unterteilt. Da gibt es die Basisgeräte (Typ 1) und die technischen Geräte (Typ 2). Geräte des Typ 1 haben eine Bruchlast von bis zu 250 Kg. Das bedeutet, dass euer Eispickel mit maximal 250 Kilogramm belastet werden darf. Diese Geräte werden vornehmlich für leichtere Touren eingesetzt, zum Beispiel bei Gletschertouren oder Skitouren. Auch als Gehhilfen sind sie sehr beliebt. Geräte des Typ 2 halten bis zu 350 Kg aus und decken noch einmal deutlich anspruchsvollere Aufgabengebiete ab. Sie haben meist eine härtere Haue aus besonders robustem Stahl und sind im Schaft entweder deutlich gekrümmt oder von hybrider Bauweise. Große Herausforderungen in Schnee und Eis sind für Typ 2-Eispickel keine Probleme.
Kommen wir nun aber zu den konkreten Typen von Eispickeln. Zunächst sei hier der Eispickel genannt, der vornehmlich als Gehhilfe oer zur Sondierung des Geländes eingesetzt wird. Ebenso hilfreich ist er beim Abbremsen von Stürzen. Dieses Modell hat einen geraden Schaft und eine leicht gebogene Haue. Es gibt ihn stets in unterschiedlichen Längen, damit du ihn optimal auf deine Körpergröße anpassen kannst. Als Faustregel gilt hier: Nimmst du den Kopf des Pickels in die Hand und lässt den Arm hängen, sollte der Schaft knapp bis zum Boden reichen.

Für leichte Hoch- und Skitouren muss ein kürzerer Eispickel gewählt werden, der zudem eine stärkere Krümmung des Schafts und der Haue aufweisen kann. Diese Modelle haben auch einen ausgeprägteren Dorn, damit du ihn besser in Schnee und Eis hauen kannst. Zusätzlich sind diese Eispickel leichter im Gewicht. Sie bestehen daher entweder vollständig aus Aluminium oder haben zumindest einen Schaft aus leichtem Aluminium.

Für das klassische Bergsteigen, das durchaus schon anspruchsvoller ausfällt, wird ein Eispickel gewählt, dessen Haue noch einmal deutlich gekrümmter konstruiert ist. Hier kannst du bereits erkennen, dass je anspruchsvoller deine Tour wird, desto gekrümmter sollte dein Eispickel sein. Diese Hauen lassen sich durch ihre Krümmung nämlich optimal ins Eis hauen und haben einen Dorn, den man einfacher nachschleifen kann.

Geht es so richtig ins Eingemachte, dann geht euer Eispickel bereits in Richtung Eisgerät. Für technisches Bergsteigen sind Spitze und Schaft leicht gekrümmt und der Schaft zudem noch einmal kürzer. Der Dorn ist hier besonders ausgeprägt und kann es dadurch auch mit Blankeis aufnehmen. Außerdem wird bei der Konstruktion viel Wert auf eine griffige Handauflage gelegt. So behaltet ihr stets die volle Kontrolle. Bei diesen Modellen könnt ihr vor allem häufig zwischen Hammer- und Schaufel-Variante wählen.
Pflege

Eispickel sind in der Pflege nicht besonders anspruchsvoll. Nach dem Einsatz solltest du ihn natürlich gut säubern und auf Gebrauchsspuren hin untersuchen. Gegebenenfalls empfiehlt es sich vor der Erstnutzung ein paar Fotos vom Kopf zu machen. Warum? Weil du irgendwann in die Situation kommst, dass dein Pickel angeschliffen werden muss. Hier gilt natürlich die Faustregel: So viel wie nötig und so wenig wie möglich. Damit dein Pickel auch oben herum die Form behält, kannst du dich später am Vorher-Foto orientieren. Das Auftragen eines Rostschutzes hat einem Eispickel übrigens auch noch nie geschadet. Was dir dein Eispickel aber auf alle Fälle danken wird, ist die Anschaffung eines Axe Protectors. So schützt du deinen Pickel abseits des Einsatzes vor dem stumpf werden. Und dich natürlich vor Verletzungen.

Wie du siehst, ist es mit dem Eispickel genau wie mit dem Steigeisen. Die Wahl des Modells orientiert sich immer an deinen Bedürfnissen. Wenn du das beim Kauf im Hinterkopf behälst und dich mit Fragen an einen Fachhändler deines Vertrauens wendest, wirst du sicherlich die richtige Wahl treffen und den idealen Eispickel bald in den Händen halten.